Was glaubt Aneas?
Vorwort
Um zu verstehen, was hinter der Person Aneas Nemorosus steht, muss man verstehen wie Aneas „tickt“. Einfach mache ich es mir bestimmt nicht – auch wenn ich mit einer vielleicht recht eigensinnige Erklärung der Welt um die Ecke komme – Ich versuche immer wieder meine eigene Ansicht der Dinge zu aktualisieren. Eine feste Idee – also ein Dogma – habe ich nicht.
Jedoch ist mein Glaube eine Kraft, die mich seit vielen Jahren begleitet und als Verbindung zwischen meiner feinstofflichen und realen Welt anzusehen ist. Das, was ich glaube ist die Basis meines Handels.
Grunddefinition
Mein Glaube gehört zum Pantheismus. Pantheismus (griechisch “pan-” = “alles”, “ganz”. “theós” = Gott) bedeutet so viel wie die Gottheit in allen Erscheinungen der Welt zu sehen (Allgottglaube).
Diese Definition kommt dem Paganismus am nächsten, obwohl viele Paganen einen henotheistischen Glauben praktizieren, der bekanntlich aus einem polytheistischen (Polytheismus (v. griech.: πολύς polys = viel und θεοί theoi = Götter), auf Deutsch auch als “Vielgötterei” bezeichnet, ist religiöse Verehrung einer Vielzahl von Göttern oder Geistern.) Glaubenskonzept entwachsen ist, ist der Allgottglaube (AllEinheit) die Klammer, die im paganischen Glauben die Einzelteile zusammenhält.
Der Begriff Henotheismus (aus griech.: heis, henos = „ein“ und theos = „Gott“) wurde von dem Indologen Friedrich Max Müller (1823-1900) eingeführt und bezeichnet den Glauben an einen höchsten Gott, was jedoch im Unterschied zum Monotheismus der abrahamitischen Religionen die Verehrung anderer untergeordneter Götter nicht prinzipiell ausschließt. Er wird oft nicht klar von der sogenannten Monolatrie abgegrenzt.
Der Pantheismus ist eine globale Glaubensrichtung. Also keinesfalls eine Religion, sondern die Ansicht, wie ein Gott bzw. mehrere Götter leben können oder eben nicht. Während der Monotheismus den Glauben an nur einen Gott beschreibt und der Polytheismus den Glauben an mehrere, denken Pantheisten, dass Gott mit der Welt und vor allem der Natur eins ist, Gott durchdringt alles und ist allgegenwärtig aber nicht personifiziert.
Der Glaube der Paganen wird erst durch die Geschichte und durch das Verhalten definiert. Paganen leben auf eine besondere Art und Weise unter dem Aspekt der AllEinheit.
Andere sehen Pantheismus als die Religion oder die philosophische Lehre von der Einheit der Gottheit mit dem Weltall bzw. vom ewigen, unveränderlichen Sein hinter der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen. Der Pantheismus ist also keine dogmatische Lehre. Es ist legitim und der Sache dienlich, wenn einzelnen Vertreter unterschiedliche Theorien und Religionskonzepte daraus entwickeln (wollen).
Der Begriff ‘Pantheismus’ hat inhaltlich nichts mit dem Begriff Pantheon zu tun (auch wenn beide Begriffe dieselben sprachlichen Wurzeln haben), welcher die Gesamtheit aller Götter in polytheistischen Religionen, zum Beispiel der griechischen Mythologie, bezeichnet.
Der Pantheismus geht nicht davon aus, dass es einen wirkenden Gott gibt, der seiner selbst Bewusst ist und dem wir die Gnade unserer Existenz verdanken. Er geht vielmehr davon aus, dass wir uns Gott oder Götter neu erschaffen und sie wieder untergehen lassen. Vielleicht verdanken Götter ihre Existenz auch nur unserer Gnade.
Allein Allein
Die Alleinheit (gelesen: All-Einheit) oder auch Einheit des Alles bezeichnet einen zentralen Begriff der pantheistischen Lehren, wonach die Einheit der Welt in Gott bestehe (als Vielheit in der Einheit) und Gott nicht als außerhalb oder über der Welt stehend, sondern als in der Welt sich realisierend gedacht wird (als Einheit in der Vielheit).
- Gott steht nicht über den Dingen
- Gott ist endlich und Gott ist nicht eins
Gott ist die Summe der Teile die durch die Verehrung der verschiedenen Aspekte der Göttlichkeit im Einzelnen immer mehr ergeben als das Ganze.
Dieser Glaubenssatz unterscheidet mich von den Anhängern des Pantheismus. Diese Lehre von dem Verhältnis Gottes und der Welt ist, geschichtlich genommen, zum Teil neu, aber der darin erkannten Wahrheit nach ewig.
Mein Glaubensansatz löst für mich den Zwiespalt der bisherigen sich Entgegengesetzten Systeme in denen erkannt wurde:
…dass Gott, als Urwesen, außer und über der Welt, und von der Welt verschieden ist, als selbständiges, selbstbewusstes, unendlich wissendes und heilig wollendes Urwesen außer und über der Welt besteht und lebt, und über und in der Welt, als Vorsehung, waltet, und wirkt.
Der Pantheismus geht von der Vielfalt der Einheit aus
Diese All-Einheit wird durch die Götter der alten europäischen Kulturen, durch Orte, Tage und Geschichten verkörpert. Neben den heiligen Wesen, den heiligen Orten und den heiligen Festen, verkörpern die Begleiter der Götter die Gesamtheit einer All Einheit. Die einzelnen Götter sind nicht als reale Machthalter zu betrachten, sondern verkörpern immer nur einen Aspekt einer Situation, einer Begebenheit oder eines Glaubens.
Die Akzeptanz versch. Götter im Pantheismus ist eine uralte Glaubensweise und wird in jeder Religion auf der Welt zu finden sein. Im Alten Testament gibt es indirekte Hinweise darauf, dass das Volk Israel nur einen Gott mit Namen Jahwe anbeten durfte, da es mit ihm einen Bund geschlossen hatte, man aber zunächst davon ausging, dass es noch andere Götter gibt (Ex. 15,11; Ps. 82,1; 95,3 u.v.a.). Diese wurden jedoch mehr und mehr als untergeordnet aufgefasst und schließlich in den Rang von Engeln oder Dämonen degradiert. Dieser göttliche Wandel kam nur aus dem Willen des Volkes zustande, das Volk Israel wollte einen Gott, einen Allmächtigen Gott.
Im Pantheismus können ebenfalls ganze Sippen, Familen, Gemeinschaften oder Völker Bündnisse mit einzelnen Gottheiten eingehen oder wieder brechen. Wie einst dem Volke von Israel steht es jedem frei seinen Glauben zu bilden und zu nutzen.
Es gibt Spekulationen, die auf Sigmund Freuds 1939 erschienene Schrift „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ zurückgehen, dass Moses, der einen typisch ägyptischen Namen trägt und im Palast der Pharaonen aufwuchs, etwa zwei Generationen nach Echnaton, der nachweislich einen strengen Monotheismus vertrat, die bis dahin ganz “natürliche” Monolatrine (Unter Monolatrie (aus griech.: μόνος monos „einzig“ und λατρεία latreia „kultische Verehrung“) versteht man die Verehrung nur eines einzigen Gottes, ohne dass die Existenz anderer Götter verneint wird. Manchmal wird dafür auch die Bezeichnung Henotheismus gebraucht.) des Volkes Israel als erster in einen strengen Monotheismus (Die Verneinung anderer Götter und Konzentration auf einen personifizierten Gott) umzuformen versuchte.
Die Erziehung Moses und die Möglichkeiten des Pantheismus machten erst den Jüdischen Glauben in der heutigen Art und weise möglich. Solche Entwicklungen aber sind in einer Pantheismischen Vereinigung weder gewünscht, noch teil der Glaubensbasis.
Der Pantheismische Glaube lebt durch eine All-Einheit, es gibt weder einen Führer noch eine zu führende Gemeinde. Auch wenn man sich mit einem Göttlichen Wesen verbündet, so darf man nicht die AllEinheit vergessen oder Ihr entgegenwirken.
Und hier zeichnet sich ein grundsätzliches Problem des Pantheismus ab. Er löst sich auf, sobald einzelne Gruppen sich von anderen, modernen Religionsgemeinschaften einnehmen lassen und so dem Ur-Instinkt (Ich habe Ur-Instinkt so geschrieben, weil es sich sonst wie „Urin stinkt“ liest!) des Menschen, dem folgen, folgen.
Die All-Einhei kann nur gelebt werden, wenn Pantheismus auch in der Gemeinde verfolgt und verstanden wird.
Super Artikel.Habe ein paar frische Denkanstoesse bekommen. Freue mich schon auf neue Beiträge.